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RICK DAVIES in MorgenMagazin, August 2010

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- english version follows the german one-

Morning Magazine
19th August 2010

Zur Person
Rick Davies

Der Sänger und Keyboarder wurde am 22. Juli 1944 im englischen Swindon geboren und lebt heute als US-Bürger auf Long Island (USA).
Rick Davies ist die dunklere Stimme von Supertramp, die er 1969 mit Frontmann Roger Hodgson gründete. Ihr erstes Album erschien 1970, vier Jahre später kam der große Durchbruch mit "Crime Of The Century" und Hits wie "Dreamer" und "Bloody Well Right".
Bis zum Ausstieg Hodgsons 1983 avancierten Supertramp zu einer der erfolgreichsten Rockbands. Danach ebbte das Interesse ab, die Band löste sich 1988 auf. 1997 formierte Davies das Projekt neu, das letzte Studioalbum erschien 2002.

 "15 Monate ging es hin und her"
ROCK: Interview mit Rick Davies über 40 Jahre Supertramp, Konflikte mit Ex-Sänger Roger Hodgson und neue Platten
Von Marcel Anders

Auch anlässlich des 40. Bandjubiläums müssen sich die Fans von Supertramp ihre Lieblingsband quasi zusammensetzen: Während die Hauptgruppe um Keyboarder Rick Davies am 23. September in der SAP Arena mit ihren größten Hits auftritt, war der frühere Frontmann Roger Hodgson vor kurzem solo im Weinheimer Schlosspark zu sehen. Wir sprachen mit Davies über die aktuelle Besetzung und den Dauerzwist mit dem Ex-Partner.

Herr Davies, was ist das für ein Gefühl, mit 66 Jahren erneut auf Tour zu gehen?

Rick Davies: Nun, ich muss sagen, dass diese Vorstellung Angst einflößend, aber natürlich auch sehr verlockend ist. Ich habe keine Ahnung, was passiert, aber ich und der Rest der Band haben hart trainiert, um das abzuliefern, was man von uns erwartet.

Das heißt?

Davies: Wir haben vor, die komplette Geschichte der Band auf die Bühne zu bringen. Was bedeutet, dass wir viele von unseren Hits spielen und eine Produktion auffahren, wie man sie von uns gewohnt ist. Mit vielen Filmen und aufwendigem Licht.

Wer ist 2010 überhaupt in der Band?

Davies: Natürlich haben wir immer noch John Helliwell, unseren Saxofonisten, dabei. Aber auch Bob Siebenberg, der Schlagzeug spielt - und seinen Sohn Jesse, der so etwas wie der Historiker der Band ist. Er kennt jeden einzelnen Takt und jede Note, die je auf einem Supertramp-Album veröffentlicht oder bei einem Konzert gespielt wurde. Was unglaublich ist. Und wir haben Publikumsliebling Lee Thornburg am Start, der Trompete und Tuba beisteuert und zudem noch singt. Genau wie seine Frau, Cassie, die ebenfalls eine wunderbare Sängerin ist.

Gibt es Neuzugänge?

Davies: Zum Beispiel Gabe Dixon, der aus Nashville kommt und ein umwerfender Musiker ist. Er singt, spielt Keyboards und bildet eine tolle Ergänzung zur aktuellen Besetzung. Dann sind da noch Carl Verheyen, der ja viel mit seiner eigenen Band durch Deutschland tourt, und Cliff Hugo am Bass. Was ich bisher sagen kann, ist, dass es wunderbar harmoniert.

 

Und warum ist Ihr Ex-Partner Roger Hodgson nicht dabei?

Davies: Ich glaube, es ist mittlerweile 27 Jahre her, dass er die Band verlassen hat. Und damals hat niemand verstanden, warum er das getan hat. Er meinte, er wolle sein eigenes Ding machen, sich selbst finden und mit anderen Leuten spielen. Und so sehr wir uns auch bemüht haben, wir konnten ihn nicht daran hindern, zu gehen. Dabei war die ursprüngliche Idee dieser Tour, es noch einmal gemeinsam zu probieren - also er, ich und die anderen. Denn wer weiß, vielleicht ist es das letzte Mal, dass es dazu kommt. Womit ich nicht sage, dass es so ist oder eben nicht. Aber wir haben lange darüber geredet und verhandelt. Ich glaube, es ging 15 Monate hin und her, bis wir den Punkt erreichten, da wir eine Entscheidung treffen und die Termine bekanntgeben mussten. Leider, und aus Gründen, die uns nie mitgeteilt wurden, hat sich Roger dagegen entschieden, an der Tour teilzunehmen.

Obwohl er in jedem Interview erklärt, genau das wäre nicht der Fall, und man habe ihn schlichtweg davon ausgeschlossen?

Davies: Was soll ich dazu sagen? Ich kann nur meine Sicht der Dinge schildern.

Gibt es eine Vereinbarung, die besagt, dass sie keine der Stücke spielen dürfen, die er für Supertramp geschrieben hat? Und wenn ja, warum halten Sie sich nicht daran?

Davies: Da müssen wir zurückgehen bis ins Jahr 1983 - und Tatsache ist, dass es ungefähr 600 Seiten an Dokumenten und Verträgen gibt, die genau das regeln. Was mich betrifft, halte ich mich an meinen Teil der Abmachung: Ich spiele die Musik von Supertramp. Und damit meine ich alles, was wir damals zusammen veröffentlicht und auf die Bühne gebracht haben - das ist für mich Supertramp-Musik.

Also haben sie keine Angst vor einem Rechtsstreit?

Davies: Nicht wirklich.

Welche Alben sind demnach Teil der Jubiläumstour - wie weit gehen sie historisch zurück?

Davies: Bis zu "Crime Of The Century", wo sich ja erstmals die wahre Stärke dieser Band gezeigt hat. Damit fangen wir an und arbeiten uns anschließend durch alle Alben, die danach kamen - also die bekanntesten Stücke, aber auch einige unserer persönlichen Favoriten.

Warum liegt der Schwerpunkt der Tour auf Deutschland - mit mehr Shows als in jedem anderen Land? Ist das hier ihre Hochburg?

Davies: Oh ja! Gerade unsere letzte Tour, die ja schon ein Weilchen zurückliegt, lief besonders gut in Deutschland. Vorher waren unsere größten Märkte eigentlich immer Frankreich und Spanien, aber aus irgendeinem Grund hat sich das mit der letzten Tour in Richtung Deutschland verschoben. Und ich muss sagen: Ich fühle mich hier wirklich sehr wohl. Ich mag diese Mentalität, von wegen: "Wenn es um 9 Uhr losgehen soll, dann geht es auch um 9 Uhr los". Und es ist sehr angenehm, hier zu touren, weil alles glatt läuft und das Publikum sehr enthusiastisch ist.

Welche Erinnerungen haben sie sonst an Deutschland? Was sind die besten Momente, die sie hier erlebt haben?

Davies: Da müssen wir weit zurückgehen - bis zu den Tagen, da wir in einem kleinen Club in München, dem "PN", gespielt haben. Das war ganz am Anfang unserer Karriere. Also quasi so etwas wie unser "Star Club".

Supertramp haben ihr letztes Album 2002 veröffentlicht. Warum haben sie danach nichts Eigenes gemacht, sprich, sich als Solist versucht?

Davies: Gute Frage. Wahrscheinlich, weil mir das gar nicht in den Sinn gekommen ist. Ich meine, ich liebe den Blues. Und ich schätze, dass ich irgendwann etwas in der Richtung machen werde. Schließlich habe ich eine Menge Arrangements und auch fertige Bluesstücke auf Halde.

Und in den letzten acht Jahren, was haben Sie da gemacht - waren sie praktisch im Vorruhestand?

Davies: Nein, ich habe sogar mehr geübt als je zuvor. Denn ich bin immer noch von der Musik fasziniert, und ich trete auch ab und zu mit ein paar lokalen Musikern auf - einfach zum Spaß und mehr in dieser Blues-Manier, die ich gerade erwähnt habe. Wobei ich immer das Ziel verfolge, noch besser zu werden und mich immer weiter zu steigern.

Morgenmagazin
19. August 2010

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Personal
Rick Davies

The singer and keyboard player was on 22 July 1944 born in Swindon and now lives as U.S. citizens on Long Iceland (USA). Rick Davies is the dark voice of Supertramp, which he founded in 1969 with frontman Roger Hodgson. Their first album was released in 1970, four years later the big breakthrough came with "Crime Of The Century" and hits like "Dreamer" and "Bloody Well Right." Until the Hodgson's leaving in 1983, Supertramp became one of the most successful rock bands. Then the audience's interest died down, the band broke up in 1988. Davies and the band were working in 1997 in a new project, and the last studio album was released in 2002.

  

"it went back and forth for 15 months"
ROCK: Interview with Rick Davies of Supertramp 40 years, conflicts with ex-singer Roger Hodgson and new things
Marcel Anders

Also on the 40th anniversary must be the fans of Supertramp assemble their favorite band quasi: while the main group on at keyboardist Rick Davies 23rd September in the SAP Arena with their biggest hits was occurring, the former frontman Roger Hodgson recently in solo Weinheimer park to see. We spoke with Davies about the current occupation and the duration of the dispute with ex-partner.

 

Mr Davies, how does it feel to go again on tour at 66 years of age?

Rick Davies: Well, I must say that this idea scary, but of course is also very tempting. I have no idea what will happen, but I and the rest of the band have been training hard to deliver on what is expected of us.

 

The name of Tour?

Davies: We plan to bring the entire history of the band on stage. Which means that we will play a lot of our hits under a big production, as we are used to do. With many films and lavish lights.

 

Who is in the band on this tour?

Davies: Obviously we still have John Helliwell, our saxophonist, with us. But also Bob Siebenberg, who plays the drums - and his son Jesse, who is a kind of band historian. He knows every single beat and every note that was ever published on a Supertramp album or played at a concert. What it's incredible. And we have crowd favorite Lee Thornburg on trumpet and tuba and also sings. Just like his wife, Cassie, who is also a wonderful singer.

 

Are there any new additions?

Davies: For example, Gabe Dixon, who comes from Nashville and a stunning musician. He sings, plays keyboards and is a great addition to the current line-up. Still Carl Verheyen, who was touring a lot with his own band through Germany, and Cliff Hugo on bass. What I can say now is that it blends beautifully.

 

And why is your ex-partner Roger Hodgson not taking part in the tour?

Davies: I think it's been 27 years now since he's left the band. Back then no one understood why he did that. He said, he wanted to do his own thing, find himself and play with other people. And no matter how hard we tried, we couldn't keep him from leaving. But the idea behind this tour was to try it together once again - that is him, myself and the others. Because, who knows, maybe this will be the last time it can happen. I'm not saying that it is the case or not. But we have talked it over and have been negotiating for a long time. I think it went back and forth for 15 months until we reached the point where we had to make a decision and announce the dates. Unfortunately and for reasons we were never told, Roger decided he won't join the tour.

 

Eventhough he keeps explaining in each single interview that just this would not be the case and he was simply excluded from the tour?

Davies: What can I say? I can only tell you about my point of view.

 

Is there an agreement which says that you are not allowed to play any of the pieces that he wrote for Supertramp? And if so, why don't you stick to it?

Davies: Well, we'll have to go back to 1983 - and fact is, there are about 600 pages of documents and contracts which regulate exactly that topic. As for me, I am sticking to my part of the agreement: I am playing the music of Supertramp. And by that I mean everything which we jointly published and brought to the stage back then - that for me is Supertramp-music.

 

So, you don't fear a lawsuit?

Davies: Not really.

 

What albums are thus part of the anniversary tour - how far will you go back historically?

Davies: Up to "Crime of the Century", when it was the first time the band has shown the true strength. Thus we start and then work our way through all the albums that came after that - ie the most famous pieces, but also some of our personal favorites.

 

Why is the focus of the tour to Germany - with more shows than any other country? Is this your stronghold?

Davies: Oh yes! Especially our last tour, which already lags for a while, things ran particularly well in Germany. Before that, our biggest markets were actually always France and Spain, but for some reason, the last tour moved to Germany. And I must say: I feel really well. I like this mentality, because of: "if it's supposed to start at 9 o'clock, it will actually start at 9 o'clock.'. And it is very pleasant to tour here because everything is running smoothly and the audience is very enthusiastic.

 

What other memories do you have from Germany? What are the best moments you have experienced here?

Davies: we must go back far- to the days when we played in a small club in Munich, the "PN". It was at the very beginning of our career. So quasi something like our "Star Club".

 

Supertramp released their last album in 2002. Why didn't you made anything from your own, did you try a solo project?

Davies: Good question. Probably because it just hasn't been a desire of mine. I mean, I love blues. And I guess I'll do something at some point in that direction. Finally, I have a lot of arrangements and Blue pieces finished and ready in the heap.

 

And in the last eight years, what have you been doing - were you practically in retirement?

Davies: No, I have even practiced more than ever before. I am still fascinated for  the music, and I also play from time to time with a few local musicians - just for fun and more in the blues style, which I have just mentioned. Although I always pursues the aim to become even better and I always continue improving.

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19th August 2010

 

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